Strawberry Splash – Making of

Letztes Wochenende musste ich meinen neu erworbenen MIOPS Smart+ ausprobieren. Der Smart+ von Miops ist ein Kamera-Trigger, der vielfältige Möglichkeiten des Auslösens bietet. Neben dem Trigger Ton (z.B. Knall) reagiert der Trigger unter anderem auch auf Licht. Damit erwischt man bei einem Gewitter immer sehr gut den Blitz oder es ist damit auch möglich mit einem Laserpointer eine Lichtschranke aufzubauen. Und genau das hatte ich geplant: eine Splash Aufnahme mit einer Erdbeere. Diese soll auf einen Löffel mit Milch fallen und durch die Unterbrechung des Lichtstrahles löst die Kamera beim Auftreffen der Erdbeere auf den Löffel aus.

Kurz vor dem Aufprall auf dem mit Milch gefüllten Löffel

Immer wenn ich solche Bilder in der Vergangenheit gesehen habe, dachte ich mir nicht wieviel Aufwand hinter so einem Bild steckt. Erst seit letzten Wochenende kann ich ein Lied davon singen. Aber die Ergebnisse lassen sich wirklich sehen. Ich bin inzwischen mehrfach gefragt worden, wie so etwas geht und ob ich nicht ein Making Of machen könnte. Somit habe ich mich entschlossen Euch ein wenig mehr darüber zu erzählen. Eigentlich ist es recht einfach, wenn man weiß wie es geht…

Folgendes Equipment habe ich dafür benutzt:

  1. schwarzer Hintergrund – in meinem Fall nutze ich einen schwarzen Karton, den ich sonst für Tiershootings nutze.
  2. viel Folie um den Boden abzudecken. Denn die Milchspritzer sind nicht zu unterschätzen.
  3. ein Backblech zum Auffangen der Milch. Ausgekleidet mit Alufolie um das Licht des Blitzes zu reflektieren. Somit wird der Löffel leicht von unten angestrahlt.
  4. ein Stativ mit Galgen um den Löffel zu befestigen.
  5. zwei ganz normale Systemblitze. In meinem Fall einen Yongnuo 560 Mark III und einen Canon 430EX III-RT.
  6. einen Funkauslöser von Yongnuo YN-E3-RT II
  7. Miops Smart+
  8. einen Laserpointer. Die Lichtfarbe spielt inzwischen keine Rolle mehr, da der Trigger inzwischen so gut ist, dass nicht mehr auf die Lichtwellenlänge geachtet werden muss. In meinem Fall musste der Katzenlaserpointer dafür herhalten.
  9. 4 Stative für Kamera, Blitz, Miops Smart+ und Laserpointer
  10. Canon EOS 5D Mark IV mit dem Makro Objektiv von Canon EF 100mm f/2.8 L Macro IS USM
  11. und zu guter Letzt natürlich Löffel, Milch, Erdbeeren und jede Menge Zewa Tücher

Nachdem das Equipment vorhanden ist geht es an den Aufbau.

Aufbau für das Splash Shooting

Zuerst wird der schwarze Hintergrund, der Tisch inkl. des Backblechs aufgebaut. Dabei müsst Ihr darauf achten, dass zwischen dem Backblech und dem Hintergrund ca. 1-2 Meter Platz ist. Somit erzeugt Ihr bei Blende 9 eine Unschärfe im Hintergrund und gleichzeitig habt Ihr aber genügend Tiefenschärfe für die Erdbeere und den Milchspritzern. Oberhalb des Backbleches wird der Löffel in waagrechter Position installiert. So wird die „meiste“ Milch aufgefangen und gleichzeitig dient die Alufolie dazu den Löffel von unten ein wenig anzustrahlen.

Nun geht es an den Aufbau der Blitze. Der Blitz No. 1 (Yonguno) steht auf der einen Seite und strahlt den Löffel von leicht schräg oben an. Ein Diffusor ist nicht nötig. Der Blitz No. 2 steht zwischen der Erdbeere und dem schwarzen Hintergrund. Seine Aufgabe ist es eine leichte Aufhellung genau auf Höhe der Erdbeere zu erzeugen. Normalerweise sollte hier ein Wabengitter als Lichtformer dienen um den Effekts eines Spots zu erzielen. Falls Ihr kein Wabengitter habt, dann macht es so wie ich. Nehmt eine alte Dose Pringles oder vom Oban Whisky die Verpackung (hat man wenigstens einen Grund um die Flasche aufzumachen), entfernt den Boden und klebt sie um den Blitz. Somit wird das Licht gebündelt.

Der hellere Lichtfleck hinter der Erdbeere kommt nicht aus Photoshop, sondern durch den Blitz No. 2

Als nächstes folgt die Installation des Laserpointers und des Miops Smart+. Beide müssen sich gegenüber stehen, sodass der Laser genau in den MIOPS strahlt. Wichtig dabei ist, dass die Linie des Lichtstrahls exakt den Löffel kreuzt und ca. 20 cm oberhalb des Löffels liegt. Die Höhe müsst Ihr ggf. korrigieren. Denn je nach Höhe löst die Kamera zu unterschiedlichen Zeiten aus. Ist die Installation zu niedrig, dann habt ihr auf dem Foto die Erdbeere schon im Löffel liegen und die Spritzer sind schon vorbei. Die Höhe zu hoch, dann ist auf dem Foto nur der Fall der Erdbeere zu sehen (so wie auf dem ersten Bild). Dies könnt Ihr nun auf zwei Möglichkeiten korrigieren. Entweder setzt Ihr den Lichtstrahl ein wenig tiefer oder Ihr stellt in den MIOPS Einstellungen eine größere Verzögerungszeit des Auslösers ein. Ich selber habe mit der Höhe des Laserpointers gearbeitet.

Wichtig ist natürlich die Erdbeere exakt über dem Löffel fallen zu lassen

Im Anschluss folgt der Aufbau der Kamera. Am Besten nutzt Ihr ein Makroobjektiv mit einer ungefähren Brennweite von 100 mm. Somit kommt Ihr auf der einen Seite gut an die Erdbeere heran. Auf der anderen Seite seid Ihr dennoch ein Stückchen weg um nicht die volle Ladung Milch auf das Objektiv zu bekommen. Falls Euer Objektiv einen Bildstabilisator besitzt solltet Ihr Ihn ausschalten. Auch sollte der Focus auf manuell stehen. Um die passende Schärfe zu bekommen legt Ihr zuerst eine Erdbeere in den Löffel und fokussiert diese mit der Automatik. Im Anschluss stellt ihr das Objektiv auf Manuell. Da sich die Kamera auf dem Stativ befindet kommt es ja nicht zu einer Veränderung des Abstandes. Und da die Blende mit f/9 arbeitet, habt Ihr genügend Tiefenschärfe um den einen oder anderen Millimeter auszugleichen.

So langsam kommen wir dem eigentlichen Shooting näher. Jetzt fehlen lediglich noch die Einstellungen der Blitzstärke, der Belichtungszeit, der Blende und der ISO Empfindlichkeit. Bitte habt keine Angst im manuellen Modus zu fotografieren. Aber nur so habt Ihr die volle Kontrolle über allen Einstellungen. Als erstes legt Ihr die Erdbeere ohne Milch in den Löffel. Somit könnt Ihr in Ruhe die Einstellungen vornehmen ohne dass Euch die Frucht in Milch ersäuft. Was viele überrascht hat, ist, dass für solche Bilder KEINE Hochgeschwindigkeitskamera gebraucht wird. Es reicht eine 1/200 Sek vollkommen aus. Die Bewegungsschärfe wird durch die hohe Abbrenngeschwindigkeit des Blitzes erzeugt. Je niedriger die Leistung des Blitzes ist, desto schneller ist die Abbrenngeschwindigkeit. Deswegen sollte auch der Blitz bei Euch bei ca. 1/32 liegen. Wenn das Foto unterbelichtet ist, dann erhöht lieber den ISO Wert und nicht die Blitzstärke. Wie oben schon erwähnt sollte der Blendenwert bei f/9 liegen. +/- eine Stufe ist in Ordnung. Blitz No. 2 hatte bei mir eine Stärke von 1/16. Gerade so viel, dass der Blitz eine leichte Aufhellung erzeugt. Aber das ist natürlich Geschmackssache eines jeden Einzelnen. Probiert es einfach aus.

Das Set ist aufgebaut. Die Kamera- und Blitzeinstellungen sind getan. Der eine oder andere „trockene“ Erdbeerfall ist passiert. Na dann kann es eigentlich nur noch losgehen. Milch auf den Löffel und los geht es. Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis. Nach jedem Fall solltet Ihr die Erdbeere mit einem Zewa trocken legen. Denn sonst habt Ihr Milch an Stellen der Frucht, die nicht besonders toll aussehen und verraten, dass sie schon mal in Milch gelegen ist.

Jetzt wünsche ich Euch ganz viel Spaß bei Eurem Splash Shooting. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass Euch auch so tolle Fotos wie mir gelingen. Falls Ihr Fragen oder Anregungen habt, dann könnt Ihr gerne zu mir Kontakt aufnehmen und/oder den einen oder anderen Kommentar hier hinterlassen. Ich freue mich schon auf Eure tollen Fotos.

Bleibt gesund, Euer Christian

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